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NWZ - Abschied wie aus einem Guss

Technischer Geschäftsführer Holger Lau verlässt Sande Stahlguss.

Die Nachfolge des 62-Jährigen tritt Heiko Hesemann an. Zum Abschied wurde stilecht in einer Arbeitshalle mit rund 120 Gästen gefeiert.

von Tim Gelewski

SANDE - Die Kulisse hätte kaum passender sein können: Eine Arbeitshalle, darin ein sogenannter ICO-Konverter, eine Art Pfanne zum Gießen von Stahl, stimmungsvoll ausgeleuchtet. Hier, wo sonst Metalle für die weitere Verarbeitung veredelt werden, findet die Verabschiedung des technischen Geschäftsführers des Sander Unternehmens Sande Stahlguss, Holger Lau, statt.

Der 62-Jährige hat beinahe sein ganzes Leben mit dem Gießen von Stahl verbracht. Eisenhüttenkunde und Werkstofftechnik hat der Diplomingenieur studiert. 17 Jahre lang war er in dem Werk in Sande tätig, trieb Neuerungen voran und leistete seinen Beitrag dazu, dass das Unternehmen inzwischen ein weltweiter Akteur geworden ist.

Was fühlt man nach 17 Jahren im Moment des Abschieds? „Das lässt sich kaum zusammenfassen“, sagt Lau. Für ihn beginne jetzt auch eine Phase der Selbstfindung. Dem Sander Unternehmen will er aber weiter beratend verbunden bleiben.

Konkrete Pläne? „Wird sich finden“, sagt der scheidende Geschäftsführer lapidar. Aber: „Der Schritt fällt natürlich schwer.“

Um Holger Lau gebührend zu verabschieden, war eine große Feier in einer Arbeitshalle auf dem Gelände organisiert worden. Heizstrahler sorgten für Wärme in einem Zelt. Rund 120 Gäste fanden sich ein, ein großes Buffet stand bereit.

In verschiedenen Ansprachen wurde das Wirken Holger Laus’ bei dem Sander Unternehmen gewürdigt. Der kaufmännische Geschäftsführer Fred Menn lobte die gute Zusammenarbeit: „Es wäre schön gewesen, wenn es noch ein paar Jahre mehr geworden wären.“

Unter den Gästen auf dem Werksgelände war auch der Nachfolger von Holger Lau, Heiko Hesemann. Der promovierte Werkstoffingenieur kommt gebürtig aus Nordrhein-Westfalen, genauer: Mühlheim an der Ruhr.
Sein Handwerk hat der 40-Jährige allerdings nicht im einst für Kohle und Stahl gerühmten „Ruhrpott“ gelernt, sondern beim Studium in Darmstadt und Stuttgart.

Nach der Promotion war er zwei Jahre bei Mercedes-Benz tätig, dann zwei Jahre bei einem konkurrierenden Unternehmen in der Stahlbranche.

Nun will er in die Fußstapfen von Holger Lau treten. „Ich will auf das aufbauen, was Holger Lau hier hinterlassen hat“, so Hesemann.

Originalartikel (PDF-Dokument)

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