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Ein bisschen so wie Bleigießen

BILDUNG – IGS weihte Metallgießerei ein – Sponsoren Sande-Stahlguss und Alba

Schüler sollen Lust auf Handwerksberufe bekommen. Die Verwirklichung der Metallgießerei an der IGS dauerte nur ein knappes Jahr.

VON NORBERT STEIN

WILHELMSHAVEN – Der Schmelztiegelmit dem Aluminium wird noch einmal angeheizt, ganz flüssig muss das Leichtmetall sein bevor es in die bereit stehende Sandform gefüllt werden kann. Gespannt stehen Schüler und Lehrer, Vertreter der Sponsoren und Unterstützer der neuen Metallgießerei der Integrierten Gesamtschule Wilhelmshaven um den Heizofen im Atrium der Schule herum. Dann ist der große Moment gekommen. Lehrer Lothar Krug gießt das Metall in die Form – es ist ein bisschen so wie Bleigießen an Silvester.
„Die neu eingerichtete Metallgießerei ist ein wichtiger Baustein für die Berufsorientierung junger Menschen“, sagt Bürgermeister Holger Barkowsky einige Minuten zuvor bei der offiziellen Einweihung des neuen Unterrichtswahlmoduls im „Proseko“- Konzept der Schule. Das Konzept bietet den Schülern der 9. und 10. Jahrgangsstufe die Möglichkeit, außerhalb von traditionellem Unterricht und Noten nach Interesse aus Modulen auszuwählen und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten unter Beweis zu stellen.
Die Gießereiwerkstatt wird unterstützt von den örtlichen Firmen Sande-Stahlguss und Alba (vormals Jadestahl) sowie der Initiative „Get-In-Form“ von der Hüttenus-Albertus Chemische Werke GmbH (Hannover), die bundesweit Schulen bei der Einrichtung von Schulgießereien unterstützt.
Hüttenus-Albertus ist Zulieferer der Gießereien und macht sich seit Jahren für die Nachwuchsförderung stark. Hier wurden die Lehrer fortgebildet, außerdem die erste Grundausstattung mit spezifischem Werkzeug zur Verfügung gestellt.
Sande-Stahlguss liefert Roh-,Hilfs- und Betriebsstoffe sowie weitere Werkzeugausstattung als kostenlose Förderung. Darüber hinaus bietet das Unternehmen wertvolle Perspektiven für die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler der IGS.
Die Firma Alba hat großzügige Unterstützung mit Metallen zumSchmelzen zugesagt. Viele Werkzeuge und Hilfsmittel wurden aber auch in Eigenleistung hergestellt. Nachdem Stadt und Schulamt die Räume hergerichtet hatten, konnte die Arbeit beginnen.
Die Idee für die Einrichtung einer Metallgießerei reifte vor einem knappen Jahr. „Wir schauten uns eine solche Einrichtung an der Robert-Dannemann-Schule in Westerstede an“, sagt Anke Theiler, Fachbereichsleiterin Arbeit, Wirtschaft, Technik an der IGS. Zum Glück hatten wir schnell Unterstützung gefunden, darum konnte die Idee so schnell in die Tat umgesetzt werden“, freut sich die Lehrerin. Mit im Boot waren von Anfang an Lothar Krug, Christoph Legler und Rainer Lauermann. „Aber ohne Dieter Schwetje wäre das alles wohl nicht möglich geworden, er hilft uns wo er nur kann“, sagt Ute Bruhn, stellv. Schulleiterin der IGS. Schwetje ist längst pensionierter Gießer und Handformer, der Lehrern und Schülern tatkräftig zur Seite steht.
Nach dem Guss müssen die Werkstücke abkühlen, dann werden sie aus dem Formsand geholt. Beim Einformen, Gießen, Entleeren der Form und Nachbearbeiten des Werkstücks lernen die Schülerinnen und Schüler, komplexe Arbeitsvorgänge sorgfältig zu planen und durchzuführen. Es wird gesägt, gebohrt, gefeilt und geschliffen. „Wir brauchen hoch qualifizierte Mitarbeiter“, sagt Mirco Kappler von der Firma Sande Stahlguss, „deshalb begrüßen wir die zunehmende Vernetzung von Schulen mit dem Handwerk“.

Originalartikel (PDF-Dokument)

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