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Pressemitteilung zum 3. Niedersächsischen Stahldialog in Hannover

Die Sande Stahlguss GmbH ist ein kleines mittelständisches Unternehmen, das zu den führenden Stahlgießereien in Deutschland zählt. An unserem Standort in Norddeutschland fertigen wir hochwertige Stahlgussteile mit Stückgewichten bis 45 Tonnen für den deutschen und internationalen Markt. Hauptsächlich werden Produkte für Dampf-, Industrie- und Gasturbinen gefertigt. Wir sehen uns als einen wichtigen Partner in der Kette der Wertschöpfung. Politische Entscheidungen sind gerade dabei diese aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Wir freuen uns dieses Jahr erstmalig beim Niedersächsischen Stahldialog vertreten zu sein. Von den im Rahmen des Dialogs genannten Themenschwerpunkten sind wir direkt betroffen. Im Folgenden möchten wir einige Beispiele erläutern, mit denen wir täglich konfrontiert werden und einen erheblichen Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu unserer internationalen Konkurrenz darstellen.
Mit den weltweit vorgehaltenen Überkapazitäten und nationalen Subventionen um die eigene Wirtschaft zu schützen haben die deutschen Stahlgießereien im internationalen Wettbewerb nach wie vor zu kämpfen. Zunehmend verfälschen nationaler Protektionismus und massive Staatslenkung den Wettbewerb und deformieren den Weltmarkt.
Die Bundesregierung macht den Stahlgießern durch die nationale Energiepreis- und der Netzausbaupolitik massive Schwierigkeiten. Zum Beispiel durch den jährlich ermittelten Algorithmus der A-typische Netznutzung ist eine kontinuierliche Arbeitsweise in Niedersachsen für uns nicht möglich.
Die Umweltauflagen werden weltweit und auch innerhalb der EU unterschiedlich ausgelegt, kontrolliert und dem entsprechend geahndet. Der Preisdruck der Konzerne zwingt die Hersteller ihre Produktionsstätten aus Kostengründen in die Länder zu verlagern mit den geringsten Standards. Da sich im Zeitalter der Globalisierung alles über den Preis definiert, tragen wir mit dazu bei, dass die Umwelt mehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Mindere Qualität erhöht den Ausschuss und dem zufolge verdoppeln sich der Energieverbrauch und der CO2 Ausstoß.
Durch das unterschiedliche Lohnniveau in der EU wird immer mehr lohnintensive Arbeit in den Osten der EU ausgegliedert. Solange der Mindestlohn in Deutschland höher ist als die Löhne im Osteuropa verlieren mehr und mehr ungelernte, angelernte und weniger gut ausgebildete Mitarbeiter ihre Arbeit. Kleine private mittelständische Unternehmen haben nicht die Möglichkeit ins europäische Ausland auszuwandern, da das mit erheblichem finanziellem und arbeitstechnischem Aufwand verbunden ist, den die Firmen nicht vorhalten können.
Der Fokus unserer Politik liegt auf „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ was sich aber in unserem Betrieb nicht so einfach umsetzen lässt. Aufgrund von nationalem Protektionismus und des Preisdrucks aus Billiglohnländern lässt es die Marktlage nicht zu in neue Maschinen geschweige denn in Digitalisierung und Industrie 4.0 zu investieren.

Sande, den 03.09.2018

Originalartikel (PDF-Dokument)

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